Weiße Wege, blaue Stunden...


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Gedankenbilder

Wohin

Es sind die Dinge, die mich heut nicht lassen.
Gedanken sind Fluss: Wasser, das aus Tiefen steigt
und an der Quelle handeln muss. Sie wechseln den Raum.
Doch Dinge sind Stein. Sind Ringe im Baum.
Sie zeigen Phasen an. Nach irgend Gezeiten
wenn ich nicht mehr bin: wer stößt an den Dingen an?
Wer geht auf den Straßen ... wohin?
16.11.08 21:16


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Das Geräusch der Autos auf der nicht so fernen Straße kitzelt ihr Bewusstsein. Das weiche, wellenähnliche Rauschen will nicht einschlafen, genau wie sie. Ohne Anstrengung haftet ihr Blick an der Zimmerdecke, sucht nichts, findet Schattenkonturen ganz von alleine. Von irgendwo sickert ein Hauch Musik ins Zimmer, schmeichelt sich ein und schiebt sich zwischen ihre träge treibenden Gedanken.
In der Küche tropft die Zeit rhythmisch auf den Boden. Sie stellt sich vor, wie sie große Lachen bildet und irgendwann den ganzen Fußboden bedeckt, nur um die Küchenuhr kreisförmige Wellen schlägt und sie schließlich in ihrem Bett wie ein großer, dunkler Spiegel einschließt. Sie selbst fühlt sich zeitlos. Da ist kein Wünschen mehr, sie ist von allem abgetrennt. Kein Wollen. Nur Sein. Mit schweren Fingern streicht sie über Stoff und fühlt sich plötzlich ein bisschen einsam. Vor wenigen Stunden noch war da Stoff, der sich ihr voll Wärme entgegenwölbte. Sich an sie drängte und ihren Händen keine Möglichkeit gab, ihn unberührt zu lassen. Das hatte alles weggewischt: Ihr Wünschen, ihr Wollen, ihre Zweifel. Beim Gedanken daran lächelt sie, gerade so viel, wie es ein Träumer tut, ohne sich selbst aufzuwecken. Jede Bewegung vertreibt etwas an Erinnerungen. So liegt sie unbewegt und wartet. Wartet darauf, ganz in sich zurückzukehren.
12.10.08 12:38


Das Leben

So lieg ich im Gras
und alles fällt auf mich:
der Tag, die Nacht,
die Zeit und das Licht.
Ich wünschte
ich wäre einfach
einfach ich...
Ja, das wünsche ich.
So ist es eben.
Wir wollen alle
immer mehr.
Wir schauen alle
wie durch Glas:
immer abgetrennt.
Ich will... Ich will dich.
Du fehlst mir so sehr.
21.9.08 19:43


Jugend

Da ist ein Bild von dir, das ich noch nicht gekannt:
Du stehst, nein fliegst, mit windverspieltem Haar,
die Arme wie zwei Flügel zu beiden Seiten aufgespannt
und schaust mich an mit wasserhellem Blick.
Fast lächelst du- und nimmst es gleich zurück.
So liegst du vor mir, auf Papier gebannt,
im Weiß-nicht-wo der Welt auf diesem Bild.
Ich glaube, es ist Glück, das aus dir spricht
und dich mir näher bringt, so hab ich dich erkannt-
mich selbst in dir, gleichwohl- ich glaubs fast nicht:
Wo bist du heute? Du, so frei und wild....
6.6.07 12:27


Tagtraum

In einer Astgabel kauernd, einen Ast als Stütze im Rücken, ließ sie sich vom starken Holz tragen. Sie spürte die raue Rinde auf ihrer Haut und die Arme des Baumes, die sie hielten. Ihr Blick ging durch die Zweige nach oben gen Himmel, einem Mosaik aus Blau und Grün. Ein lebendiges Muster aus Sonnenlicht tanzte über sie bis in ihr Innerstes und die Geräusche der Zivilisation verschwammen im Rauschen der Blätter. So lag sie still und beinahe regungslos, nur ihr Brustkorb hob und senkte sich, der Wind spielte mit ihren Haaren. Die Zeit ging in kleinem Bogen um sie herum und überließ ihr den Moment, das gnädige Geschenk eines fernen Schöpfers, der durch sie seinen Frieden finden wollte. So lag sie, Jahr um Jahr, und wollte nie mehr ohne ihren starken Schirmherrn sein. Seine Äste wuchsen unter und über ihr und hielten sie noch fester, noch sicherer in seiner Umarmung. Seine Wurzeln drangen tiefer in die Erde, in seiner Krone trug er sie näher und näher dem Himmel entgegen. Sie begleitete ihn, spürte den Regen und die Sonne, die ihn nährten und verwob ihre Seele fest mit der seinen. 60 Jahre, 70 Jahre, immer im Kreis der Jahreszeiten.
Als man ihn fällte, zählte niemand seine Jahresringe. Gefallene Blätter umgaben ihn wie verschüttete Farbe, und beide vergingen in Trauer um noch fehlende Jahre.
Sie fror und öffnete die Augen, die Sonne berührte bereits den Horizont.
31.5.07 13:00


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